Gartenarchitekt

Umbau

Rasen in ein Staudenbeet verwandeln

Viele Gärten haben zu viel Rasen an Stellen, die niemand betritt. Ein Beet dort spart Mähen, hält Regen und zeigt die Jahreszeiten. Der Umbau ist Arbeit an einem Wochenende. Kein dreijähriges Bauprojekt, wenn du klein anfängst.

Die Narbe muss weg

Ich steche die Narbe mit dem Spaten in Streifen ab. Bei großen Flächen hilft ein Sodenschneider. Die Soden kommen umgedreht auf einen Wall oder in den Biomüll, je nach Gemeinde. Unter Mulch begraben und hoffen: Quecke und Rispe kommen wieder. Das habe ich einmal geglaubt.

Den Boden darunter grabe ich nur um, wenn er verdichtet ist. Sonst Grabegabel, Kompost, grobe Steine raus. Zwanzig Zentimeter Sackerde auf ungelösten Rasen zu kippen, gibt später Setzungen und Quecke von unten. Sieht im Mai fertig aus. Im August ärgert es.

Folie unter Schotter ist der falsche Weg, wenn du pflanzen willst. Wurzeln brauchen Bodenleben. Nach dem Setzen eine dicke Mulchschicht. Das bremst Unkraut besser als Kunststoff, der in fünf Jahren in Fetzen liegt.

Pflanzen setzen, nicht sammeln

Hinten Gräser oder hohe Stauden, vorne Polster. In ungeraden Gruppen, drei oder fünf derselben Art. Einzelstücke aus dem Gartencenter ergeben ein Sammelsurium. Jede Art will etwas anderes, und du stehst samstags ratlos mit der Kanne.

Pflanzabstand ernst nehmen. Zu eng sieht im ersten Juni voll aus und fault im nassen August. Zu weit bleibt zwei Jahre Unkrautacker. Die Etiketten lügen oft zugunsten des Verkaufs. Ich schlage die ausgewachsene Breite nach, bevor ich enger setze, als mir lieb ist.

Das erste Jahr

Gießen bei Trockenheit. Unkraut ziehen, bevor es sät. Stützen nur bei bekannten Floppern. Im Spätherbst bleibt stehen, was Samen und Struktur hat. Den großen Rückschnitt mache ich im Februar oder März. Nicht im Oktober, wenn in den Stängeln noch jemand sitzt.

Wenn ringsum Rasen bleibt, muss die Kante klar sein. Stahlband, Ziegel oder regelmäßig gestochen. Sonst frisst die Grasnarbe das Beet von der Seite, leise und jedes Jahr ein Stück.

Wie groß das erste Beet sein darf

Fang nicht mit der ganzen Rasenfläche an. Acht bis zwölf Quadratmeter, die du vom Haus siehst, reichen als Lernstück. In einer Saison merkst du, ob du mulchst, gießt, Unkraut ziehst. Danach erweiterst du. Ein riesiges Beet im Mai nach einem Wochenendvideo wird im August zur Last. Das sehe ich oft, auch bei mir war der Appetit größer als die Juliwoche.

Wege durch das neue Beet, bevor die Pflanzen kommen. Trittplatten oder ein schmaler Kiesstreifen. Sonst watest du später durch Horste und brichst Stängel. Die Gießkanne braucht eine Route von der Tonne. Klingt kleinlich. Fehlt sie, entstehen Trampelpfade.

Das Geld sitzt in Boden und Pflanzen, nicht im Dekor. Lieber weniger Arten, dafür mit erkennbarem Ballen, als dreißig Mini-Töpfe, die den ersten Föhn nicht überleben. Rasen entsorgen und Kompost holen: das kannst du keiner Sorte überlassen.

Kinder oder Hund? Dann standfeste Gräser und Horste, die nicht weich über den Weg fallen. Ein Beet darf benutzbar bleiben. Es muss nicht hinter einem Seil stehen wie im Schaugarten.

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