Klima
Garten bei Trockenheit
Lange trockene Phasen gehören bei uns zum Sommer, nicht mehr zur Ausnahme. Der Fehler, den ich oft sehe: Rasen um jeden Preis grün halten und daneben Hortensien in der prallen Sonne. Besser ist, den Boden ernst zu nehmen und Pflanzen zu setzen, die Durst kennen.
Boden vor dem Schlauch
Verdichteter Lehm staute früher Wasser und reißt heute auf. Ich lockere die obere Schicht und mische Kompost ein, aber ich mache aus dem Beet keine Humusschüssel. Die trocknet im Juli wie ein Kuchen. Sandige Böden brauchen organische Substanz, sonst läuft jeder Schauer durch.
Mulch spart mehr Wasser als jedes System. Rinde in den Beeten, feiner Kies in den Steppenpflanzungen. Offener, ständig geharkter Boden ist im Hochsommer die teuerste Variante. Ich habe das lange selbst gemacht und war jedes Jahr überrascht, wie schnell er wieder hart war.
Tiefe, seltene Gaben schlagen tägliches Nasssprühen. Neu gesetzte Stauden kriegen die erste Saison Hilfe. Ab dem zweiten Jahr sollen Steppenstauden ohne Dauerschlauch stehen. Sonst bleiben die Wurzeln faul oben in der Krume und der nächste Föhn holt sie.
Was ich lassen würde
Thuja in voller Sonne auf magerem Boden wird braun und bleibt braun. Kirschlorbeer leidet unter Frost und Trockenheit zugleich. Englischer Zierrasen neben der Einfahrt, dazu noch Hang und Schotterkoffer: das ist ein Dauerpatient, kein Garten.
Folie und Schotter lösen Trockenheit nicht. Der Boden darunter stirbt, Wasser geht in die Kanalisation, die Fläche heizt sich auf. Wenn du Fläche wegnehmen willst, nimm durchlässigen Belag und pflanze die Ränder dicht. Üppig und trockenfest geht zusammen. Kahl und heiß fühlt sich nur aufgeräumt an.
Bilder, die zur Hitze passen
Wenige Arten, dafür in Gruppen. Zwölf verschiedene Hitze-Stauden auf zwei Metern wirken unruhig und sind schwer zu gießen, weil jede etwas anderes will. Drei Gräser, zwei Blütenstauden, ein Strauch. Das liest das Auge als Konzept, und du weißt am Samstag, was du tun sollst.
Violett, Rosa, Creme halten bei greller Sonne länger als grelle Rottöne. Silbriges und graugrünes Laub ist oft behaart oder gewachst. Das ist Schutz vor Verdunstung, kein Dekor aus der Zeitschrift.
Regen nutzen, nicht wegschicken
Eine Tonne am Fallrohr deckt das Angießen im ersten Sommer. Das Wasser auf die Beete, nicht auf den Gehweg. Am Hang hilft eine flache Mulde hinter der Pflanzung, sonst rauscht der Schauer in den Kanal, bevor die Wurzeln ihn sehen.
Rasen, der nur der Optik dient, darf im Hochsommer braun werden. Er holt sich nach Regen meist zurück. Den Sprenger auf dünner Erde über Schotter laufen zu lassen, züchtet flache Wurzeln und Pilz, sobald es doch feucht wird.
Kübel an der Terrasse trocknen schneller als jedes Beet. Große Gefäße, Untersetzer nach dem Gießen leeren. Mediterrane Kräuter nicht neben Hortensien in denselben Trog. Wenn zwei Arten denselben Schlauch brauchen, gehören sie zusammen. Sonst gewinnt immer die falsche.
Ein trockener Garten darf üppig aussehen. Dichte Pflanzung, Kieswege, ein Baum, der Schatten wirft: das kühlt mehr als ein kahler Schotterplatz mit drei Gräsern. Versiegelung ist keine Strategie gegen Trockenheit. Sie ist Wärme.